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Die Dongpo-Akademie — der Dichter am Ende der Welt

Quick Info
Englischer NameDongpo Academy, Zhonghe, Danzhou
Chinesisch东坡书院 kopierenDōngpō Shūyuàn
Ziel东坡书院 kopierenDongpo-Akademie — als Ziel eingeben
Beste ZeitNachmittags, auf dem Weg nach Süden
BusBusse von Danzhou nach Zhonghe — in Amap prüfen. Didi ist einfacher.
DidiVon Ocean Flower Island geschätzt 40–60 Minuten.
Route live
EintrittGeringe Gebühr — kostenlos, wer drei Gedichte von Su Dongpo aufsagt
TicketsAuf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link*
In DanzhouJuli 1097 bis Juni 1100
Halle gebaut1098, seit 1548 „Dongpo-Akademie“
Hütte桄榔庵 — eigene Gedenkstätte im Ort
OrtZhonghe, alter Verwaltungssitz von Danzhou
Der berühmteste Dichter Chinas wurde hierher geschickt, damit man ihn los war. Man verbot ihm, in einem Amtshaus zu wohnen, und strich ihm die Verpflegung. Er baute sich eine Hütte, gründete eine Schule — und nannte sich am Ende selbst einen Mann aus Danzhou.

Der größte Dichter am Ende der Welt

Su Shi, genannt Su Dongpo, lebte von 1037 bis 1101 und gilt in China als einer der größten Dichter aller Zeiten. Er war zugleich Essayist, Kalligraf, Maler, hoher Beamter — und leidenschaftlicher Koch: Ein berühmtes Gericht aus geschmortem Schweinebauch trägt bis heute seinen Namen.

Seine Karriere war ein ständiges Auf und Ab. Weil er offen gegen die Reformpolitik seiner Zeit schrieb, wurde er mehrfach verbannt, jedes Mal weiter weg vom Hof: erst nach Huangzhou am Jangtse, dann nach Huizhou im Süden, und zuletzt nach Danzhou auf Hainan, an den äußersten Rand des Reiches.

Die letzte Stufe der Verbannung

Im Juli 1097 kam er in Danzhou an, sechzig Jahre alt. Begleitet wurde er nur von seinem jüngsten Sohn Su Guo, damals Mitte zwanzig, der seine eigene Laufbahn aufgab, um den Vater zu versorgen. Die Familie blieb auf dem Festland zurück.

Hainan galt damals als Ort, an dem man nicht leben konnte: heiß, feucht, voller Fieber, ohne Bücher und ohne Gelehrte. Schon ein Kanzler der Tang-Zeit hatte in seinem Verbannungsgedicht geklagt, der Weg dorthin führe durch das Tor der Geister. Für einen Mann dieses Alters galt die Verbannung nach Hainan als Todesurteil auf Raten.

Drei Verbote

Der Hof hatte strenge Regeln erlassen: Der Verbannte durfte keine staatliche Verpflegung bekommen, nicht in einem Amtshaus wohnen und keine Dokumente unterzeichnen. Der örtliche Militärkommandant, ein Bewunderer, brachte Vater und Sohn trotzdem zunächst in einem Amtsgebäude unter. Als die Gegner am Hof davon erfuhren, wurden die beiden vor die Tür gesetzt, und der Kommandant verlor sein Amt.

Einem Freund schrieb Su Dongpo in dieser Zeit sinngemäß, er habe hier kein Fleisch zu essen, keine Medizin, wenn er krank sei, kein Haus zum Wohnen, keine Freunde für unterwegs, im Winter keine Kohle und im Sommer kein kühles Wasser.

Eine Hütte im Palmenwald

Mit seinen letzten Ersparnissen kaufte er ein Stück Land im Süden der Stadt. Einheimische halfen ihm, in einem Wäldchen aus Zuckerpalmen ein paar Hütten zu bauen, die er nach diesen Palmen benannte. Hier lebte er, legte einen Gemüsegarten an und schrieb.

Viele Besucher halten die Akademie heute für sein Wohnhaus. Das stimmt nicht: Der Ort der Hütte liegt auf der anderen Seite der Stadt und ist heute eine eigene kleine Gedenkstätte mit archäologischer Grabung.

Das Haus, in das man Wein mitbringt

Der wichtigste Freund in Danzhou war Li Ziyun, ein einheimischer Gelehrter mit einer kleinen Bibliothek. 1098 legten Freunde und Schüler zusammen und bauten neben seinem Haus eine Halle, in der Su Dongpo unterrichten und Gäste empfangen konnte. Er nannte sie „Halle, in die man Wein mitbringt“ — nach einer alten Geschichte über Schüler, die ihrem Lehrer Wein brachten, um von ihm zu lernen.

Hier unterrichtete er Schüler aus den Familien der Han und der Li. Einer von ihnen, Jiang Tangzuo, bestand kurz nach Su Dongpos Abreise als erster Mensch aus Hainan die Prüfung auf Provinzebene. 1548 wurde die Halle zur „Dongpo-Akademie“, der höchsten Schule von Danzhou.

„Mein Lebenswerk: Huangzhou, Huizhou, Danzhou“

Im Juni 1100 kam die Begnadigung, nach drei Jahren auf der Insel. Gefragt, wie es ihm auf Hainan ergangen sei, soll er gesagt haben, das Klima sei ausgezeichnet und die Menschen nicht übel. In einem Gedicht nannte er sich sogar einen Mann aus Danzhou, der nur zufällig in Sichuan geboren sei.

Kurz vor seinem Tod 1101 blickte er in einem Vers auf sein Leben zurück: Frage man ihn nach seinem Lebenswerk, so sei es Huangzhou, Huizhou und Danzhou — ausgerechnet die drei Orte seiner Verbannung. In Danzhou sagte man noch Generationen später, die Gelehrten hier stünden denen der reichen Provinzen am Festland nicht nach.

Was man in der Akademie sieht

Die Anlage ist heute rund 2,5 Hektar groß und mehrfach umgebaut worden. Man betritt sie durch ein Tor, kommt am Pavillon des Weins vorbei zur alten Halle, dahinter liegen die Haupthalle mit einer farbigen Figurengruppe — Su Dongpo beim Unterrichten, neben ihm Li Ziyun und sein Sohn — und ein Innenhof mit einem über hundert Jahre alten Mangobaum. Dazu kommen alte Steintafeln mit Inschriften vieler Jahrhunderte und ein alter Brunnen.

Am bekanntesten ist die Bronzefigur mit Bambushut und Holzschuhen. Sie erinnert an eine Anekdote: Su Dongpo wurde auf dem Heimweg vom Regen überrascht, lieh sich bei einem Bauern Hut und Holzschuhe und stapfte so durch das Dorf. Die Frauen lachten, die Hunde bellten — und die Szene wurde zu einem der beliebtesten Motive der chinesischen Malerei.

Das alte Zhonghe

Die Akademie liegt im Ort Zhonghe, dem alten Verwaltungssitz von Danzhou, heute ein ruhiger Marktflecken abseits der neuen Stadt. Die Gassen sind teilweise noch mit Steinplatten gepflastert, überall stehen alte Tempel und Steintafeln.

Einer davon ist der Tempel für Frau Xian, eine Heerführerin des 6. Jahrhunderts, die in Südchina bis heute verehrt wird. Er gilt als ältester Tempel dieser Art auf Hainan. Wer Zeit hat, geht nach der Akademie noch eine Runde durch den Ort.

Wie man den Besuch angeht

Für die Akademie reichen ein bis anderthalb Stunden. Der Eintritt ist gering. Eine hübsche Regel: Wer an der Kasse drei Gedichte von Su Dongpo vollständig aufsagen kann, kommt kostenlos hinein — auf Chinesisch, versteht sich.

Ohne Erklärung bleiben viele Inschriften stumm. Wer die Geschichten auf dieser Seite kennt oder eine Übersetzungs-App dabeihat, sieht deutlich mehr. Die Anfahrt ist am einfachsten mit Didi, etwa von Ocean Flower Island oder vom Bahnhof Baimajing.

Gut zu wissenWer an der Kasse drei Gedichte von Su Dongpo vollständig aufsagen kann, kommt kostenlos hinein — auf Chinesisch.
Gut zu wissenDie Akademie war nicht sein Wohnhaus. Die Stelle seiner Hütte liegt auf der anderen Seite des Ortes und ist eine eigene kleine Gedenkstätte.
Gut zu wissenNach der Akademie noch durch die alten Gassen von Zhonghe gehen — der Ort ist ruhiger und älter als fast alles andere auf der Westseite der Insel.
Unser Eindruck

Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 28.11.2026.

Texte: mit KI erstellt, recherchiert aus öffentlichen Quellen · Fotos & Videos: eigene Aufnahmen · Titelgrafik: KI-generiert