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Guantang — die heißen Quellen

Quick Info
Englischer NameGuantang Hot Springs, Qionghai
Chinesisch官塘温泉 kopierenGuāntáng Wēnquán
Beste ZeitDämmerung oder früher Morgen, wenn Dampf über den Becken steht · an Regentagen besonders schön
BusVom Busbahnhof Qionghai in Amap prüfen — die Resorts liegen außerhalb der Stadt, Didi ist einfacher.
DidiAus der Stadt Qionghai (Jiaji) rund 15–20 Minuten.
Route live
EintrittIm Resort für Hotelgäste inklusive · öffentliche Badehäuser kostenpflichtig
Wassertemperaturje nach Quelle knapp 70–90 °C an der Quelle
Mengerund 10.000 m³ am Tag
Resort25 Becken, 08:00–23:00
In der NäheBaishiling-Wanderweg, Gedenkpark der Roten Frauenkompanie
Aus dem Boden am Wanquan-Fluss kommt Wasser, das heißer ist als jede Badewanne. Schon der Erfinder des Tigerbalsams wollte hier ein Bad bauen — und der Name des Ortes erzählt von einem alten Streit zwischen Beamten und Bauern.

Heißes Wasser am Fluss

Guantang liegt im Hinterland von Qionghai, am Südufer des Wanquan-Flusses und am Fuß des Hügels Baishiling, gleich neben der Ausfahrt der Ostküsten-Autobahn. Das Thermalgebiet gilt als eines der größten und ergiebigsten der Insel: Nach der amtlichen Prüfung von 1994 liefern die Quellen rund 10.000 Kubikmeter am Tag.

Die Angaben zur Temperatur reichen je nach Quelle von knapp 70 bis 90 Grad. Die Gutachter von 1994 lobten das Wasser in höchsten Tönen, als selten in der Welt und einzigartig auf Hainan. Im Herbst und Winter hängt morgens Nebel über den Becken, weil das heiße Wasser in der kühleren Luft dampft.

Der Teich der Beamten

Guantang heißt „Beamtenteich“, und für den Namen gibt es zwei Geschichten. Die erste erzählt von Dürren: Wenn die Brunnen versiegten und der Fluss fast austrocknete, sprudelte die heiße Quelle unverändert weiter. Abgekühlt bewässerte ihr Wasser die Felder. Beamte, Grundherren und Bauern kamen zusammen, um hier für Regen zu beten.

Die zweite Geschichte ist weniger fromm. Die örtlichen Beamten sollen entdeckt haben, wie angenehm die Bauern in der Quelle badeten und ihre Wäsche wuschen. Also ließen sie das Becken ummauern und für sich reservieren. Die Bauern nannten es daraufhin spöttisch den „Teich der Beamten“ — und der Name blieb.

Der Tigerbalsam-König

Berühmt waren die Quellen schon Ende der Qing-Zeit. In den 1930er Jahren investierte dann Aw Boon Haw hier, der Unternehmer aus Südostasien, der mit dem Tigerbalsam reich geworden war und viel Geld in chinesische Projekte steckte. Damit wurde Guantang auch unter den Auslandschinesen bekannt. Während der japanischen Besetzung Hainans plante man hier ein Kurhaus.

Die große Zeit kam nach 1988, als Hainan eine eigene Provinz wurde. In den 1980er und 1990er Jahren entstanden in Guantang, Xinglong und anderen Thermalorten die ersten Bäderhotels der Insel. Heute reihen sich hier Resorts, Badehäuser und kleine Pensionen mit eigenem Becken.

Eine Insel auf Bruchlinien

Hainan ist eine Insel voller heißer Quellen, geologische Studien zählen über 40. Die heißesten liegen im Süden und Westen, am Qixianling bei Baoting und in Lanyang bei Danzhou, wo das Wasser mit über 90 Grad austritt. Die Insel liegt auf Bruchzonen, an denen Grundwasser tief absinkt, sich erhitzt und wieder aufsteigt.

Im Norden, bei Haikou, zeigt derselbe unruhige Untergrund ein anderes Gesicht: Dort stehen Vulkane, die erst vor einigen tausend Jahren zum letzten Mal ausgebrochen sind. Wer beides sieht, das dampfende Becken hier und den Krater dort, bekommt ein Gefühl dafür, wie jung diese Insel geologisch ist.

Was im Wasser steckt

Chemisch ist Guantang ein mild mineralisiertes Thermalwasser mit Chlorid und Hydrogencarbonat, bemerkenswert sind vor allem Fluorid, Kieselsäure und Strontium. Nach der chinesischen Norm für Thermalwasser erfüllt es damit die Bedingungen der höchsten Güteklasse.

Die Einheimischen baden hier seit Generationen — nach alter Überlieferung gegen Schmerzen, Rheuma, chronische Leiden und Hautprobleme. Ob das Wasser tatsächlich heilt, ist eine andere Frage. Dass es gut tut, merkt man nach zehn Minuten.

Warum man in China im Winter baden geht

Thermalbaden ist in China ein Wintervergnügen, ungefähr so, wie in Deutschland Skifahren. Familien aus dem kalten Norden fahren im Dezember nicht an den Strand, sondern in die heißen Quellen, und manche Rentner verbringen ganze Wochen im Resort. Deshalb ist ein Thermalhotel vierzig Kilometer vom Meer in der Hochsaison oft ausgebucht.

Für Reisende aus Europa ist Guantang zugleich der perfekte Regentag: Im warmen Wasser unter Palmen zu sitzen, während es nieselt, gehört zu den schönsten Momenten auf der Insel.

Baden, aber richtig

Die Becken sind unterschiedlich heiß und meist beschriftet. Man beginnt am besten in den milderen und bleibt in den heißesten nur wenige Minuten. Zwischendurch trinken und kurz abkühlen — das heiße Wasser belastet den Kreislauf stärker, als man denkt. Am schönsten ist es in der Dämmerung oder früh am Morgen, wenn Dampf über dem Wasser steht.

Wer vorher etwas tun möchte: Der Baishiling, der „Weiße Steinberg“, liegt nur wenige Kilometer entfernt und hat einen Wanderweg mit Blick über das Flusstal. Erst hinauf, dann ins heiße Wasser — so machen es auch viele Einheimische. Und der Gedenkpark der Roten Frauenkompanie liegt direkt nebenan.

Gut zu wissenIn den heißesten Becken nur kurz bleiben und zwischendurch trinken. Wer Herz- oder Kreislaufprobleme hat, fragt vorher den Arzt.
Gut zu wissenBadekleidung ist in den Thermalanlagen Pflicht, Badekappen in manchen Becken auch — im Resort nachfragen.
Gut zu wissenDie Heilwirkung ist Überlieferung, kein ärztlicher Rat. Bei Beschwerden lieber ärztlich abklären lassen.
Unser Eindruck

Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 17.11.2026.

Texte: mit KI erstellt, recherchiert aus öffentlichen Quellen · Fotos & Videos: eigene Aufnahmen · Titelgrafik: KI-generiert