Das Vulkanfeld von Haikou
| Englischer Name | Leiqiong Global Geopark — Haikou Volcanic Cluster |
| Chinesisch | 雷琼世界地质公园 kopieren火山口 Huǒshānkǒu |
| Ziel | 雷琼海口火山群世界地质公园 kopierenGeopark — als Ziel eingeben |
| Beste Zeit | Park früh am Morgen · Lavadörfer am Nachmittag im schrägen Licht |
| Bus | Kleinbusse fahren Richtung Shishan — Linie und Abfahrt in Amap prüfen. Didi ist einfacher. |
| Didi | Aus der Innenstadt geschätzt 30–40 Minuten. |
| Route live | |
| Eintritt | Geopark ca. 56–60 ¥ · Dörfer kostenlos |
| Tickets | Auf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link* |
| Ma'anling | 222,8 m, höchster Punkt von Haikou |
| Vulkane | rund 40 auf gut 100 km² |
| Lavatunnel | über 30, der längste über 2 km |
| Lavadörfer | 三卿村 Sanqing · 荣堂村 Rongtang |
Eine Stadt auf einem Vulkanfeld
Nur fünfzehn bis zwanzig Kilometer südwestlich des Stadtzentrums beginnt eine Landschaft, die man auf einer Tropeninsel nicht erwartet: Dutzende kegelförmiger Hügel, dunkles, poröses Gestein und dichter Wald dazwischen. Auf gut hundert Quadratkilometern stehen hier rund vierzig Vulkane.
2006 wurde das Gebiet zusammen mit einem Vulkanfeld auf der Halbinsel Leizhou, auf der anderen Seite der Meerenge, zum UNESCO-Geopark erklärt. Daher der Name Leiqiong: „Lei“ für Leizhou, „Qiong“ für Hainan. Es ist der einzige Geopark dieser Art in China, der am Rand einer tropischen Großstadt liegt.
Wie jung ist jung?
Die ältesten Vulkane der Gegend sind rund eine Million Jahre alt. Die jüngsten Ausbrüche liegen erst etwa zehntausend Jahre zurück — je nach Quelle zwischen achttausend und dreizehntausend Jahren. Geologisch ist das gestern. Die Vulkane gelten als ruhend, nicht als erloschen.
Dieselbe Wärme aus der Tiefe, die hier Krater hinterlassen hat, heizt an anderen Stellen der Insel das Wasser der Thermalquellen. Wer in Guantang im heißen Becken gesessen hat, sieht hier die andere Seite desselben Untergrunds.
Der Sattelberg
Der bekannteste Vulkan ist der Ma'anling, der „Sattelberg“, benannt nach seiner Form. Mit 222,8 Metern ist er der höchste Punkt von Haikou und des ganzen Nordens der Insel. Sein Krater ist rund neunzig Meter tief und gilt als einer der am besten erhaltenen der Welt.
Ein Rundweg führt über den Kraterrand zu fünf Aussichtspunkten. Von einem sieht man bei klarer Luft über die Hochhäuser von Haikou bis zur Meerenge, von einem anderen nach Süden über ein Meer aus bewaldeten Vulkankegeln. Am klarsten ist die Sicht am frühen Morgen.
Ein Krater ohne See
Obwohl es auf Hainan viel regnet, hat der Krater keinen See. Das Wasser versickert, denn unter der Oberfläche ist der Boden durchlöchert wie ein Schwamm. Die Geologen haben bisher 72 Höhlen und über dreißig Lavatunnel gefunden, der längste über zwei Kilometer lang. Sie entstanden, als die Oberfläche eines Lavastroms erstarrte, während darunter noch flüssige Lava weiterfloss.
Die meisten Tunnel sind nicht für Besucher erschlossen. Einer von ihnen, die „Höhle der Unsterblichen“, liegt einige Kilometer vom Sattelberg entfernt. Am Eingang steht eine alte Inschrift, und als man in den 1950er Jahren den Schlamm aus der Höhle räumte, fand man geglättete Stellen im Fels, die wie Spuren von Werkzeugen aussehen. Wer sie gemacht hat, weiß niemand.
Hinunter in den Krater
Ein Weg führt vom Rand hinunter auf den Boden eines benachbarten Kraters. Unten ist es spürbar kühler, der Kessel ist so groß, dass angeblich zehntausend Menschen darin Platz fänden. Auf dem Kraterboden wächst dichter Wald — im ganzen Park hat man rund 1.200 Pflanzenarten gezählt.
Entlang der Wege liegen Zeugen der Ausbrüche: Vulkanbomben, also Lavabrocken, die im Flug erstarrten, flache Lavafladen und poröse Schlacke. Wer genau hinschaut, sieht an manchen Brocken noch die gedrehte Form, die sie in der Luft bekamen.
Dörfer aus Lava
Spannender als die Krater sind für viele Besucher die Dörfer im Umland. Die Gegend heißt Yangshan, „Ziegenberge“, nach den schwarzen Ziegen, die hier zwischen den Steinen weiden und deren Fleisch als Delikatesse gilt. Ackerland ist rar, Wasser noch rarer, und Baumaterial gab es nur eines: Vulkangestein.
Also ist hier alles aus Lava. Häuser, Hofmauern, Wege, Brunnen, Mühlsteine, Tröge, Bänke und Gräber — alles wurde aus dem schwarzen Stein gehauen und oft ohne Mörtel aufgeschichtet. Vor vielen Häusern stehen große Wasserkrüge, weil der poröse Boden kein Wasser hält.
Sanqing — ein Dorf aus der Song-Zeit
Das bekannteste dieser Dörfer ist Sanqing, gegründet vor rund achthundert Jahren in der Song-Zeit und seit 2014 auf der Liste der traditionellen Dörfer Chinas. Rund hundert alte Steinhäuser sind erhalten. In den fünf alten Gassen läuft man teilweise direkt auf erstarrter Lava, und man erkennt noch die Muster der einstigen Ströme: seilartige Wülste, Säulen und Risse.
Rund um das Dorf zieht sich eine etwa zwei Kilometer lange, drei Meter hohe Mauer, von Hand ohne Mörtel aufgeschichtet. Am Dorfeingang steht ein vierstöckiger Wehrturm aus der Zeit der Republik, von dem aus sich die Bewohner gegen die japanischen Truppen verteidigten. In seinen Wänden sind noch Einschusslöcher zu sehen.
Rongtang und die leeren Häuser
Auch Rongtang, ein weiteres Lavadorf mit über achthundert Jahren Geschichte, liegt nur wenige Kilometer vom Park entfernt. Hier sieht man die andere Seite: Viele Familien sind in neue Häuser oder in die Stadt gezogen, im alten Dorf wohnen vor allem ältere Menschen. Moos und Ranken wachsen über die Mauern.
Manche Häuser wurden mit Zement und Eisentoren modernisiert, andere verfallen. In Sanqing dagegen kehrte ein junger Dorfbewohner 2013 aus der Stadt zurück, um mit Führungen und Gästezimmern neues Leben ins Dorf zu bringen. Ob solche Versuche gelingen, entscheidet sich gerade — und man sieht beide Wege nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
Wie man den Tag angeht
Morgens zuerst in den Park, bevor Dunst und Hitze kommen: Kraterrand, Aussichtspunkte, dann hinunter in den Krater. Dafür reichen zwei bis drei Stunden. Wer nicht alles laufen möchte, nimmt die Elektrobusse, die im Park zwischen den Stationen verkehren. Am Nachmittag in die Lavadörfer, wenn das Licht schräg über die Steinmauern fällt.
Die Dörfer liegen ländlich, Busse fahren selten. Am einfachsten ist es mit Didi, die Rückfahrt sollte man aber rechtzeitig bestellen. In den Dörfern leben Menschen — leise sein und nicht ungefragt in Höfe gehen.
Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 26.11.2026.