Xinglong — Kaffee der Rückkehrer
| Englischer Name | Xinglong Overseas Chinese Farm, Wanning |
| Chinesisch | 兴隆 kopierenXīnglóng |
| Ziel | 兴隆咖啡 kopierenXinglong-Kaffee — Stichwort für Amap |
| Beste Zeit | Vormittags — dann sitzen die Alten beim Kaffee, und im Garten ist es kühler |
| Bus | Xinglong liegt an der Ostküste zwischen Lingshui und Qionghai. Bahn- und Busverbindungen in Amap prüfen — auf dem Weg ist Didi einfacher. |
| Didi | Auf dem Weg von Lingshui nach Qionghai ein natürlicher Halt, geschätzt 40 Minuten von Xiangshui Bay. |
| Route live | |
| Eintritt | Kostenlos · ein Kaffee meist 10–25 ¥ · Botanischer Garten kostenpflichtig |
| Tickets | Auf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link* |
| Rückkehrer | über 13.000 aus 21 Ländern seit 1951 |
| Röstung | mit Butter, Zucker und Salz |
| Botanischer Garten | 兴隆热带植物园, seit 1957 |
| In der Nähe | Riyue Bay, einer der bekanntesten Surfstrände Chinas |
Das Dorf der Heimkehrer
Im Oktober 1951 kamen 756 Menschen in drei Gruppen an einen verwilderten Ort am Taiyang-Fluss, im Hinterland der Ostküste. Es waren Chinesen aus Malaya, dem heutigen Malaysia. Die britische Kolonialverwaltung hatte sie im Kampf gegen die kommunistische Guerilla ausgewiesen, vielen warf man vor, die Aufständischen zu unterstützen.
Die junge Volksrepublik nahm sie auf und siedelte sie hier an, auf einer staatlichen Farm für Auslandschinesen. Was sie vorfanden, war Wildnis: Hügel, Buschwald, Mücken, keine Straßen. Die ersten Jahre waren hart, und viele der Rückkehrer hatten China nie zuvor gesehen.
Drei Wellen aus 21 Ländern
Es blieb nicht bei dieser einen Gruppe. Immer wenn in Südostasien die Stimmung gegen Chinesen umschlug, kamen neue Menschen nach Xinglong: um 1960 aus Indonesien, als dort Gesetze die chinesischen Händler vom Land verdrängten, und 1978 aus Vietnam, als Hunderttausende das Land verlassen mussten.
Am Ende lebten hier über 13.000 Rückkehrer aus 21 Ländern. Xinglong wurde zur größten dieser Farmen in ganz China. Seit 2007 heißt die alte Farm offiziell Tourismusgebiet, aber viele Familien leben noch immer hier, jetzt in der zweiten und dritten Generation.
Eine kleine Welt aus Südostasien
Die Neuankömmlinge rodeten Land und pflanzten Reis, Kautschuk, Pfeffer und Zitronengras — Dinge, die sie aus den Tropen kannten. Sie brachten aber auch ihre Häuser, Feste und Gewohnheiten mit: malaiische Pfahlhäuser, indonesische Schwingtüren, Figuren aus thailändischen Tempeln.
Weil alle anders sprachen, entstand ein eigenes „Xinglong-Mandarin“ voller malaiischer und indonesischer Wörter. In den Restaurants gibt es bis heute Gerichte aus der alten Heimat, und manche Familien kochen noch genauso wie ihre Großeltern in Malaysia oder Indonesien. Wer genau hinsieht, merkt, dass Xinglong eher an eine Kleinstadt in Malaysia erinnert als an Hainan.
Kaffee mit Butter und Zucker
Vor allem brachten sie den Kaffee. Die Rückkehrer waren es gewohnt, ihn zu trinken, und das feuchtheiße Klima am Taiyang-Fluss ähnelte dem ihrer alten Heimat. 1952 entstand hier die erste Kaffeerösterei der Volksrepublik.
Das Besondere ist die Röstung nach südostasiatischer Art: Die Bohnen werden mit Butter, Zucker und etwas Salz in der Pfanne dunkel karamellisiert. Angebaut wird Robusta, nicht der mildere Arabica aus Yunnan. Das Ergebnis ist kräftig, fast schokoladig, und schmeckt eher nach Kuala Lumpur als nach Italien. Klassisch kommt er mit gezuckerter Kondensmilch.
Ein Lob aus Peking
1960 besuchte Ministerpräsident Zhou Enlai die Farm und lobte den Kaffee als erstklassig, besser als viele ausländische. Er ließ sogar Fachleute aus Shanghai kommen, um das Röstverfahren genau aufzuschreiben. Ein Gedenkstein erinnert noch heute an diesen Besuch.
In den 1990er Jahren verlor der Kaffee gegen die großen Marken an Boden, viele Plantagen wurden aufgegeben. Seit einigen Jahren erlebt er eine Rückkehr: Heute gibt es in Xinglong wieder über 200 Cafés, und morgens sitzen die Alten dort beim Kaffee wie in einem Kopitiam in Penang.
Ein Garten der Gewürze
1957 gründete die staatliche Akademie für tropische Landwirtschaft hier eine Versuchsstation für Gewürze und Getränke. Daraus wurde der Tropische Botanische Garten von Xinglong, heute rund 40 Hektar groß, mit über 3.000 Sorten tropischer Nutzpflanzen. Die Forscher brachten den Bauern bei, wie man aus einer Kaffeepflanze ein Vielfaches mehr erntet.
Im Garten sieht man, woher die Dinge in unserer Küche kommen: Kaffee, Pfeffer, Vanille, die hier seit 1986 wächst, und Kakao — eine der ersten Kakaoplantagen Chinas. Dazu kommt ein Baum mit einem Milchsaft, der früher als Pfeilgift diente. Der Garten ist eine gute Ergänzung zum Café, besonders für alle, die wissen wollen, wie eine Kaffeekirsche aussieht.
Wie man den Besuch angeht
Xinglong liegt an der Ostküste zwischen Lingshui und Qionghai, ein natürlicher Halt auf dem Weg nach Norden. Am besten kommt man am Vormittag: zuerst einen Kaffee in einem der alten Cafés, dann den Botanischen Garten oder das Kaffeetal mit seiner kleinen Ausstellung über die Rückkehrer.
Den Kaffee im Café trinken, nicht nur als Pulver im Souvenirladen kaufen. Wer ihn mitnehmen möchte, fragt nach frisch gerösteten Bohnen statt nach Instant-Beuteln. Danach ist es nicht weit zur Riyue Bay, einem der bekanntesten Surfstrände Chinas.
Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 17.11.2026.