Hainan AUF EIGENE FAUST
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Die „Zugvögel“

Quick Info
Englischer Name"Migratory birds" — Sanya's winter retirees
Chinesisch候鸟 kopierenHòuniǎo
Ziel白鹭公园 kopierenBáilù Gōngyuán — Egret Park, abends am lebendigsten
Beste ZeitMorgens 07:00–09:00 an der Sanya-Bucht · abends ab ca. 18:00 bis nach 22:00 im Egret Park · Hochsaison Dezember bis Februar
BusAn die Sanya-Bucht fährt die Linie 125 (früher 25). Der Egret Park liegt mitten in der Stadt am Sanya-Fluss — passende Linien in Amap prüfen.
DidiAus dem Zentrum wenige Minuten, rund 10 ¥. Das Ziel oben kopieren.
Route live
EintrittKostenlos — öffentlicher Raum
Wo am meisten los istEgret Park (白鹭公园), Promenade der Sanya-Bucht, Dadonghai
SaisonOktober bis März, Höhepunkt Dezember bis Februar
Jeden Winter wächst diese Stadt um Hunderttausende Menschen. Sie kommen fast alle aus derselben Ecke des Landes, sie sind fast alle im Ruhestand — und sie fliegen dreitausend Kilometer, um dem Winter zu entkommen.

Wer sie sind

Auf Chinesisch heißen sie hòuniǎo, Zugvögel. Gemeint sind Rentnerinnen und Rentner, die den Winter im Süden verbringen — und in Sanya kommen sie ganz überwiegend aus dem Nordosten Chinas, der Region, die früher Mandschurei hieß: Heilongjiang, Jilin, Liaoning. Dort fällt das Thermometer im Januar auf minus zwanzig Grad und tiefer.

Nach Erhebungen stammen rund drei Viertel der Zugvögel in Sanya aus dem Nordosten, besonders viele aus Harbin. Die Chinesen haben dafür einen Spitznamen: „Sanya, Provinz Heilongjiang“. In manchen Vierteln hört man im Winter mehr nordöstlichen Dialekt als hainanesischen, und wenn sich zwei Fremde treffen, erkennen sie sich an der Aussprache als Landsleute.

Wie viele es sind

Genaue Zahlen gibt es nicht, aber die Größenordnung ist enorm. 2014 zählte der Verband der zugezogenen Senioren in Sanya fast 400.000 Rentner von außerhalb, davon allein rund 200.000 aus Harbin. 2016 sprach die offizielle Statistik von etwa 450.000 Zugvögeln auf ganz Hainan. Inzwischen nennt die Provinzregierung über eine Million pro Winter.

Ein stellvertretender Bürgermeister von Sanya hat es einmal so zugespitzt: Würden die Hunderttausenden aus dem Norden die Stadt verlassen, stünde sie über Nacht leer.

Warum sie kommen

Bei einer Befragung nannten über 90 Prozent den Winter selbst als Hauptgrund. Viele leiden in der Kälte an Gelenk- und Atemwegsbeschwerden, die im tropischen Klima nachlassen. In einer chinesischen Reportage beschreibt ein Rentner, wie er bei der Ankunft am Flughafen Sanya als Erstes seine Kniebandage abnimmt — und zum ersten Mal seit Monaten ohne Schmerzen geht.

Dahinter steht der größte Umbruch der jüngeren chinesischen Geschichte. Der Nordosten war das Zentrum der staatlichen Schwerindustrie: Stahl, Kohle, Maschinenbau. In den 1990er Jahren wurden viele dieser Betriebe geschlossen oder umgebaut, die Region wurde zu Chinas Rostgürtel. Die drei nordöstlichen Provinzen haben zwischen 2016 und 2025 zusammen über neun Millionen Einwohner verloren, und ihre Bevölkerung gehört zu den ältesten des Landes.

Wer dort eine Betriebsrente und eine abbezahlte Wohnung hat, kann sich in einem Land mit großen regionalen Preisunterschieden etwas leisten, das anderswo undenkbar wäre: ein halbes Jahr in den Tropen. Nicht als Luxus, sondern als Rechenaufgabe.

Eine eigene Infrastruktur

Um die Zugvögel herum ist eine ganze Wirtschaft entstanden. Im Dorf Haipo in Sanya leben rund 3.000 Menschen — und jeden Winter wohnen dort fast 40.000 Gäste. Viele Familien haben ihre Häuser aufgestockt und vermieten Zimmer für ein paar Hundert bis ein paar Tausend Yuan im Monat, manche mit dem Versprechen, auch nordöstlich zu kochen. Dazu kommen Seniorenheime und Hunderte Wohnanlagen speziell für Überwinterer.

Selbst die Krankenversicherung hat sich angepasst. Versicherte aus Heilongjiang konnten ihre Behandlungen in Sanya direkt mit ihrer Karte abrechnen — nach chinesischen Berichten rund zehn Jahre, bevor das anderswo zwischen den Provinzen üblich wurde. Und Hainan versucht, die Erfahrung der Gäste zu nutzen: In sogenannten Stationen für „Zugvogel-Talente“ unterrichten, beraten und musizieren pensionierte Fachleute ehrenamtlich.

Wo es reibt

Der Zuzug hat Sanya zu einem der teuersten Wohnungsmärkte Chinas gemacht, in einer Provinz, die wirtschaftlich zu den schwächeren gehört. Für viele Einheimische wurde Wohnraum unerschwinglich; 2018 führte Hainan deshalb Kaufbeschränkungen für Käufer von außerhalb ein.

Dazu kommen die Krankenhäuser, die im Winter spürbar voller sind, und die Kultur des Alltags: Küche, Lautstärke und Umgangsformen des Nordostens unterscheiden sich deutlich von den hainanesischen. Man hört es sogar auf den Plätzen — im Winter wechselt die Musik zum Platztanz vom hainanesischen Bambustanz zum nordöstlichen Volkstheater Errenzhuan.

Was man sieht

Der beste Zugang ist der Morgen. Zwischen etwa sieben und neun Uhr wird an der Sanya-Bucht und in den Parks trainiert, in einem Umfang, den man in Europa nicht kennt: Schwert- und Fächertanz, Tai-Chi, Chöre mit Liedern aus den 1950er bis 70er Jahren, feste Mahjong-Runden an festen Plätzen. Manche tragen Winterjacken bei 25 Grad, weil sie es nicht anders gewohnt sind.

Abends zieht es alle in den Egret Park am Sanya-Fluss. Dort wird von kurz vor Sonnenuntergang bis nach zehn Uhr getanzt, eine Gruppe nach der anderen. Wer freundlich zuschaut, wird oft zum Mitmachen eingeladen.

Die Gegenbewegung

Inzwischen fliegen die Zugvögel in beide Richtungen. Der Nordosten wirbt im Sommer um Rentner aus dem heißen Süden: Allein Heilongjiang meldet eine Million Sommergäste zwischen Mai und September. Wer im Winter in Sanya getanzt hat, trifft seine Tanzgruppe im Juli vielleicht in Harbin wieder.

Gut zu wissenDie Hochsaison läuft von Dezember bis Februar. Anfang November fängt sie gerade erst an — der Morgensport findet aber das ganze Jahr statt.
Gut zu wissenDie Zahlen über die Zugvögel sind Schätzungen und schwanken stark je nach Quelle. „Hunderttausende“ in Sanya ist die belastbare Größenordnung.
Gut zu wissenViele freuen sich über Interesse. Trotzdem vor dem Fotografieren kurz fragen — ein Nicken reicht meist.
Unser Eindruck

Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 05.11.2026.

Texte: mit KI erstellt, recherchiert aus öffentlichen Quellen · Fotos & Videos: eigene Aufnahmen · Titelgrafik: KI-generiert