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Lingshui — die Kreisstadt

Quick Info
Englischer NameLingshui county town (Yelin)
Chinesisch陵水县城 kopieren椰林镇 Yēlín Zhèn
Ziel陵水酸粉 kopierenSauernudeln — Stichwort für Amap und die Speisekarte
Beste ZeitVormittags für den Markt · mittags für die Sauernudeln
BusStadtbusse in Lingshui, aber vom Hotel aus ist Didi einfacher. Bahnhof an der Ostküsten-Schnellbahn, nach Sanya rund 30 Minuten.
DidiVon Xiangshui Bay geschätzt 25–35 Minuten.
Route live
EintrittKostenlos
Gildehalle / Kreismuseum陵水县苏维埃政府旧址 — Zhongshan-Straße, erbaut 1921
Kreis gegründet610
Sauernudelneine Schüssel meist 10–20 ¥
Chiligelbe Laternenchili — sehr scharf
Keine Hotels für Touristen, keine Tickets, keine Aussichtsplattform. Lingshui ist eine ganz gewöhnliche chinesische Kreisstadt — und gerade deshalb einer der aufschlussreichsten Tage der Reise.

Warum eine Stadt ohne Sehenswürdigkeit

Die meisten Reisenden sehen in China nur zwei Dinge: große Städte und touristische Orte. Das Leben der meisten Menschen spielt sich dazwischen ab, in Kreisstädten wie dieser. Lingshui, amtlich der Ort Yelin, ist Sitz des Autonomen Kreises der Li — mit Markt, Schulen, Behörden, Rollern, Garküchen und Handyläden.

Wer hier einen Vormittag verbringt, sieht, wie ein normaler Alltag auf Hainan aussieht. Niemand verkauft einem eine Tour, niemand wartet auf Touristen, kaum jemand spricht Englisch. Das ist ungewohnt — und genau das Besondere an diesem Tag.

Vierzehnhundert Jahre Kreisstadt

Lingshui ist alt. Der Kreis wurde im Jahr 610 gegründet, unter der Sui-Dynastie, und gehört damit zu den ältesten Verwaltungseinheiten der Insel. Seinen Namen hat er von einem Fluss. Eine Legende erzählt von einem Brunnen, dessen Wasser klar oder trüb wurde, je nachdem, wie gut das Herz des Menschen war, der hineinsah.

Die heutige Stadt entstand in der Ming-Zeit an der Stelle eines Militärpostens. Seit 1987 ist Lingshui ein autonomer Kreis der Li: Von rund 380.000 Einwohnern gehören mehr als die Hälfte zu diesem Volk. Auf der Straße hört man deshalb drei ganz verschiedene Sprachen — Hainanesisch, die Sprache der Li und, aus Xincun, das kantonesisch klingende Tanka.

Das Haus der Kaufleute

Ein Gebäude lohnt den Umweg trotzdem: die Gildehalle der Kaufleute aus Qiongshan, erbaut 1921 in der Zhongshan-Straße. Händler aus dem Norden der Insel ließen sich hier einen Treffpunkt errichten, mit drei hintereinanderliegenden Höfen, Holzschnitzereien und einer Fassade, die chinesische Bauweise mit europäischen Bögen und Säulen mischt.

Es ist derselbe Stil, den man später in Haikou an den Arkadenhäusern der Altstadt wiedersieht. Das Geld und die Formen kamen auf demselben Weg: über den Handel mit Südostasien.

Eine Revolution von sechs Monaten

Im Dezember 1927 griffen Bauern der Li und der Han die Stadt an, nach mehreren Anläufen mit Erfolg. In der Gildehalle wurde daraufhin die erste Sowjetregierung auf Kreisebene in Hainan ausgerufen, mit auffallend vielen Li unter ihren Mitgliedern. Sie hielt nur etwa ein halbes Jahr, dann wurde sie von Regierungstruppen zerschlagen.

Heute ist das Haus ein nationales Denkmal und beherbergt das Kreismuseum. Die Ausstellung erzählt die Geschichte aus Sicht der Partei, als Beginn eines langen Weges. Man kann sie auch anders lesen: als Geschichte einer armen Gegend, in der die Menschen nach einem Ausweg suchten.

Die Sauernudeln von Lingshui

Der eigentliche Grund, nach Lingshui zu kommen, steht auf jedem zweiten Ladenschild: Lingshui suanfen, die Sauernudeln. Erfunden wurden sie der Überlieferung nach Ende der Qing-Zeit im Dorf Anma am Stadtrand, und lange zogen die Händler mit Tragestangen durch die Gassen.

In die Schüssel kommen dünne Reisnudeln, darauf ein Dutzend Zutaten: getrockneter Tintenfisch, Fischküchlein, frittierte Fischchen, Rindfleischstreifen, Erdnüsse und Kräuter — und als Luxusvariante getrocknete Sandwürmer, eine Delikatesse der Küste. Dazu kommt eine Soße mit Essig und die gelbe Laternenchili der Region, eine der schärfsten Chilis Chinas. Gegessen wird meist ohne Brühe, alles wird in der Schüssel vermischt.

Ein Rekord und ein Titel

Die Stadt ist stolz auf ihre Nudeln. 2012 aßen hier über zehntausend Menschen gleichzeitig Sauernudeln, das ergab einen Eintrag als Rekord. 2016 bekam Lingshui den offiziellen Titel „Heimat der Sauernudeln Chinas“, und die Zubereitung steht auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Provinz.

Eine Schüssel kostet in den kleinen Läden meist zehn bis zwanzig Yuan. Die besten Läden erkennt man an den Plastikhockern auf dem Gehweg und an der Schlange zur Mittagszeit.

Wie man den Tag angeht

Vormittags auf den Markt, solange die Stände voll sind: Obst, Fisch, Kräuter, getrocknete Meeresfrüchte. Mittags eine Schüssel Sauernudeln, bestellt wird am Tresen. Den chinesischen Namen im Handy zu zeigen, reicht völlig. Danach die Gildehalle, wenn sie geöffnet ist.

Der Nachmittag bleibt frei, am besten für den Hotelstrand an der Bucht von Xiangshui und den Sonnenuntergang. Wer mit der Bahn weiterreist: Lingshui hat einen Bahnhof an der Schnellbahn der Ostküste, nach Sanya sind es rund dreißig Minuten.

Gut zu wissenDie gelbe Laternenchili ist sehr scharf. Beim Bestellen „bù yào là“ sagen, wenn man es mild möchte — oder erst einmal nur einen Löffel davon nehmen.
Gut zu wissenÖffnungszeiten des Kreismuseums in der alten Gildehalle vor Ort prüfen — viele Museen in China sind montags geschlossen, und der 16.11. ist ein Montag.
Gut zu wissenEnglisch spricht in Lingshui kaum jemand. Eine Übersetzungs-App und chinesische Stichworte im Handy machen den Tag deutlich entspannter.
Unser Eindruck

Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 16.11.2026.

Texte: mit KI erstellt, recherchiert aus öffentlichen Quellen · Fotos & Videos: eigene Aufnahmen · Titelgrafik: KI-generiert