Ocean Paradise — die Bahn über dem Meer
| Englischer Name | Hainan Ocean Paradise (früher R&F Ocean Paradise) |
| Chinesisch | 海南海洋欢乐世界 kopierenHǎinán Hǎiyáng Huānlè Shìjiè |
| Ziel | 海南海洋欢乐世界 kopierenNeuer Name — so in Amap und Didi eingeben |
| Beste Zeit | Nachmittags ab etwa 15:00 mit dem günstigeren Nachmittagsticket · die Bahn im Abendlicht |
| Bus | Lokale Busse in Lingshui fahren nach Li'an, die Linien stammen aber aus älteren Quellen — in Amap prüfen. Einfacher ist Didi. |
| Didi | Von Xiangshui Bay geschätzt 40–50 Minuten — Preis vorher in der App ansehen. |
| Route live | |
| Eintritt | Kostenpflichtig, mehrere Pakete — auf Trip.com prüfen |
| Tickets | Auf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link* |
| Südseebahn | 3,3 km Ringstrecke über dem Wasser, auch einzeln buchbar |
| Eröffnet | 22. Dezember 2021 |
| Aussichtsturm | 123 m |
| Lage | Lagune von Li'an, südlich von Lingshui |
Zehn Jahre für einen Freizeitpark
Die Lagune von Li'an, südlich der Kreisstadt Lingshui, war lange nur Fischern bekannt. Anfang der 2010er Jahre begann der Immobilienkonzern R&F hier mit den Plänen für einen Meerespark, ausdrücklich nach dem Vorbild der großen Themenparks in Orlando. Rund zehn Jahre dauerte es von der Idee bis zur Eröffnung.
Am 22. Dezember 2021 öffnete der Park, mitten in der Pandemie. Investiert wurden nach Angaben des Konzerns rund 6,5 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 800 Millionen Euro. Das Gelände umfasst etwa 130 Hektar, dazu gehören fünf Hotels mit zusammen fast 4.000 Zimmern — allein das Hyatt am Park hat über tausend. Geplant ist das Ganze für sieben Millionen Besucher im Jahr.
Ein Name verschwindet
R&F gehört zu den großen chinesischen Bauträgern, die ab 2021 in der Immobilienkrise in schwere Schwierigkeiten gerieten. Während der Park gerade seine ersten Besucher empfing, verhandelte der Konzern mit seinen Gläubigern über Aufschübe für Milliardenschulden.
Inzwischen heißt die Anlage schlicht „Hainan Ocean Paradise“, auf Chinesisch „Hainan Meeres-Freudenwelt“. Der Name des Bauherrn ist verschwunden. Im Netz, in Reiseblogs und in älteren Karten steht er trotzdem noch überall — ein gutes Beispiel dafür, wie schnell sich in China Namen ändern und wie langsam das Internet folgt.
Die Bahn über dem Wasser
Das eigentliche Erlebnis ist die „Südseebahn“. Sie fährt auf einer Hochbahn einen 3,3 Kilometer langen Ring, der über flaches Meerwasser und die Hafenbecken der Lagune führt. Die Wagen haben Glasfenster auf allen Seiten, man gleitet in wenigen Metern Höhe über das Wasser. Nach Angaben des Parks war sie die erste Einschienenbahn Chinas, die über Flachwasser fährt.
Die Werbung vergleicht sie gern mit dem Zug über dem Meer aus einem berühmten japanischen Zeichentrickfilm, und ganz falsch ist das nicht. Die Bahn ist Verkehrsmittel und Aussichtspunkt zugleich: Sie verbindet die Teile des Geländes, und von oben sieht man die Lagune, die Fischerboote von Li'an, die Hotelbauten und das offene Meer auf einmal.
Fünf Welten und ein Aussichtsturm
Der Park ist in fünf Bereiche geteilt, mit Aquarien, Fahrgeschäften, einem Wasserpark und einem Uferbereich. Einer davon heißt „Stadt Sansha“, nach der Stadt, die China für die Inseln im Südchinesischen Meer gegründet hat — auch ein Freizeitpark kann ein politisches Statement sein. Wer später in Qionghai den Hafen von Tanmen besucht, versteht, warum dieser Name gewählt wurde.
Die großen Attraktionen sind eine Achterbahn mit über einem Kilometer Strecke und ein 123 Meter hoher Aussichtsturm, von dem aus man die ganze Küste überblickt. Die Zahlen zu den Tieren schwanken je nach Quelle stark, von 300 bis 1.500 Arten — offiziell ist von rund 40.000 Meerestieren die Rede, die meisten aus dem Südchinesischen Meer.
Eisbären in den Tropen
Ein Teil des Parks ist eine Polarwelt, mit Belugawalen, Pinguinen, Walrossen und Eisbären — auf einer Insel, auf der es selten kälter als 15 Grad wird. Der Betreiber wirbt damit, das einzige Polartierhaus in den Tropen zu haben. Dazu kommen Shows mit Delfinen und Seelöwen.
Ob man das unterstützen möchte, muss jeder selbst entscheiden. Wer es nicht will, verzichtet trotzdem nicht auf den besten Teil: Die Bahn wird auch einzeln oder in kleinen Paketen verkauft. Dann sieht man die Lagune und das Meer, ohne in die Tierhäuser zu gehen. Der Park betont übrigens seine Naturschutzprojekte — eine Seegras-Station und eine Korallenzucht mit chinesischen Meeresforschern.
Zehn Minuten entfernt
Der vielleicht stärkste Gedanke an diesem Ort liegt außerhalb des Zauns. Nur ein paar Kilometer weiter, in der Nachbarlagune von Xincun, leben die Tanka seit Generationen auf dem Wasser, in Häusern aus Holz auf schwimmenden Flößen — und ihre Lebensweise schrumpft gerade.
Hier dagegen fährt ein Milliardenprojekt Besucher auf Stelzen über dasselbe Wasser, mit Blick auf Hotels mit tausend Zimmern. Beides am selben Wochenende zu sehen, erzählt mehr über das heutige China als jeder Kommentar.
Wie man den Besuch angeht
Der Park ist tagsüber geöffnet und hat in der Saison ein Abendprogramm. Für Reisende, die vor allem die Bahn und den Blick wollen, reicht das günstigere Nachmittagsticket: Man kommt gegen 15 Uhr, fährt zuerst die Bahn, geht dann durchs Gelände und erlebt das Abendlicht über der Lagune.
Das Gelände ist sehr groß und hat wenig Schatten. Wasser, Sonnenschutz und bequeme Schuhe gehören in den Rucksack. Unter der Woche ist es deutlich leerer als am Wochenende und in den chinesischen Ferien.
Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 14.11.2026.