Die Rote Frauenkompanie
| Englischer Name | Red Detachment of Women Memorial Park, Qionghai |
| Chinesisch | 红色娘子军 kopierenHóngsè Niángzǐjūn |
| Ziel | 红色娘子军纪念园 kopierenGedenkpark — als Ziel eingeben |
| Beste Zeit | Nachmittags unter der Woche, dann weiter zum Feldpark Longshouyang |
| Didi | Vom Thermalgebiet Guantang wenige Minuten. |
| Route live | |
| Eintritt | Kostenlos seit 2023 |
| Tickets | Auf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link* |
| Gegründet | 1. Mai 1931, rund 100 Mitglieder |
| Aufgelöst | November 1932 |
| Film / Ballett | 1961 / 1964, eines der acht Modellwerke |
| Nixon | sah das Ballett im Februar 1972 in Peking |
Ein Aufruf an die Frauen
Im Frühjahr 1930 hängte die kommunistische Untergrundorganisation im damaligen Kreis Lehui, dem heutigen Qionghai, einen Aufruf aus: Die Frauen des Kreises sollten zu den Waffen greifen und Seite an Seite mit den Männern kämpfen. Innerhalb eines Monats meldeten sich über siebenhundert.
Der Grund lag in ihrem Alltag. Viele Mädchen wurden als Kind verlobt oder als Nebenfrauen verkauft. Pang Qionghua, die spätere Anführerin, war mit vier Jahren einem fremden Mann versprochen worden und weigerte sich mit sechzehn, die Ehe einzugehen. Die fünfzehnjährige Wang Shixiang zog über die Märkte und warb mit selbstgedichteten Versen auf Hainanesisch Frauen an — sinngemäß: Je dunkler die Nacht, desto mehr hofft man auf das Licht, und je ärmer man ist, desto mehr Mut braucht man.
Hundert Frauen, unter zwanzig
Am 1. Mai 1931 wurde auf dem Schulhof des Dorfes Neiyuan eine Kompanie der Roten Armee vereidigt, die fast nur aus Frauen bestand. Aus den Freiwilligen wurden rund hundert ausgewählt, die meisten keine zwanzig Jahre alt. Nur ein Versorger, ein Träger und ein Hornist waren Männer.
Gegliedert war die Kompanie wie jede andere: drei Züge mit je drei Gruppen. Kompaniechefin wurde Pang Qionghua, politische Leiterin Wang Shixiang.
Anderthalb Jahre Krieg
Drei Monate nach der Gründung kam der erste Einsatz. Bei einem Hinterhalt am Hügel Shamaoling lockten die Frauen gegnerische Truppen in eine Falle und nahmen den örtlichen Befehlshaber gefangen. 1932 kam eine zweite Kompanie hinzu.
Noch im selben Jahr schickte die Nationalregierung mehrere tausend Soldaten gegen das Gebiet. Die Frauen erlitten schwere Verluste, Munition und Nachschub fehlten. Im November 1932 wurde die Einheit aufgelöst, die Überlebenden tauchten unter falschem Namen in den Dörfern unter.
Was nach dem Krieg kam
Die Geschichte der Anführerinnen ist härter, als der Mythos erzählt. Pang Qionghua wurde schon 1932 bei einer internen Säuberung der eigenen Partei als angebliche Abweichlerin abgesetzt, Feng Zengmin übernahm die Kompanie. Nach der Auflösung wurden sie und andere Führungsfrauen gefangen genommen und saßen rund fünf Jahre in Haft, zuletzt in einer Umerziehungsanstalt in Guangzhou.
Freigelassen wurden sie erst 1937, als Kommunisten und Nationalregierung gegen Japan zusammenarbeiteten. Pang Qionghua heiratete später als Zweitfrau einen Beamten der Nationalregierung — ausgerechnet. Er wurde während der japanischen Besetzung getötet. Wang Shixiang starb 1998.
Wie daraus ein Mythos wurde
1957 schrieb ein Journalist eine Reportage nach den Erinnerungen einer der Kompanieführerinnen. Daraus drehte Xie Jin 1961 den Spielfilm „Die Rote Frauenkompanie“. Der Bösewicht des Films, ein grausamer Großgrundbesitzer, geht auf zwei Männer zurück, die die Frauen damals tatsächlich gefangen hatten. 1964 folgte die Ballettfassung.
Während der Kulturrevolution wurde das Ballett eines der acht „Modellwerke“, die über Jahre praktisch als einzige Bühnenstücke gezeigt werden durften. Im Februar 1972 saß Richard Nixon bei seinem historischen Besuch in Peking im Publikum, als genau dieses Ballett aufgeführt wurde. So wurde eine kleine Einheit aus Hainan zu einem der bekanntesten Bilder des revolutionären China.
Der Gedenkpark
Der Gedenkpark liegt am Stadtrand von Qionghai, direkt an der Autobahnausfahrt Guantang und damit nur wenige Minuten vom Thermalgebiet. Seit einer Renovierung 2023 ist der Eintritt frei. Die große Statue zeigt übrigens nicht Pang Qionghua, sondern Qionghua, die Heldin aus Film und Ballett — die Filmfigur ist bekannter als die echte Frau.
Seit dem Jahr 2000 gibt es auch wieder eine „Rote Frauenkompanie“ als Einheit der Miliz, die bei Feiern auftritt. Im Park kommen oft Schulklassen und organisierte Gruppen vorbei.
Wie man den Besuch angeht
Für den Park reicht eine Stunde. Am ruhigsten ist es unter der Woche am Nachmittag. Die Ausstellung ist überwiegend auf Chinesisch, eine Übersetzungs-App mit Kamerafunktion hilft sehr.
Die Ausstellung erzählt die Geschichte ganz aus Sicht der Partei. Spannend wird der Besuch, wenn man darauf achtet, welche Bilder aus Film und Ballett hier als Geschichte gezeigt werden — und welche Teile der echten Lebensläufe fehlen.
Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 20.11.2026.